UBA

Seit einer Woche bin ich wieder Studentin: Von Montag bis Freitag versuche ich nachmittags drei Stunden lang die Mysterien der spanischen Sprache zu durchdringen, gemeinsam mit einem Koreaner, einem Chinesen, einer Schwedin, einem US-Amerikaner und einer weiteren Deutschen.
Das Sprachlabor der Universidad de Buenos Aires - kurz UBA - ist in einem Prachtbau aus der vorletzten Jahrhundertwende untergebracht, in der gleichen Straße wie die Börse. Im Gegensatz zur Börse ist das Gebäude allerdings total heruntergekommen, wie alle staatlichen Einrichtungen: der Putz bröckelt, die Farbe schält sich von den Wänden, riesige Wasserflecken zieren die meterhohen Decken, zwischen fetten Säulen kaltes Licht aus Stromsparlampen oder Neonröhren, sofern der Strom nicht grade ausfällt. Die sogenannten Aulen sind muffige Zimmerchen, teils ohne Fenster, in denen die Deckenventilatoren vergeblich gegen die dumpfe Schwüle anrattern. In der nachmittäglichen Hitze klebt der Hintern gut auf den Resopalsitzflächen der klobigen Metallstühle fest.
Das Gejammere über desolate deutsche Bildungseinrichtungen kann man hier nur müde belächeln. Und wenn die äußeren Umstände noch so erbärmlich daher kommen, der Unterricht hier ist 1A!

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